| |
Kinder
mit SOD können, müssen aber nicht, einige oder alle dieser Charakteristika
entwickeln. Wir sind keine Mediziner sondern Eltern von Kindern
mit SOD. Einige dieser hier aufgeführten Charakteristika haben wir
nicht in medizinischen Forschungsberichten gefunden, sondern sie
sind das Ergebnis der Beobachtungen von Eltern, die Gemeinsamkeiten
bei den Problemen ihrer Kinder feststellten. Es handelt sich um
Eltern, die über den Globus verstreut zu finden sind, Schwerpunktmäßig
in den Vereinigten Staaten. Unsere Selbsthilfegruppe in Deutschland
besteht seit Februar 2003.
Bei den meisten
Kindern mit SOD fehlen Septum Pellucidum und Corpus Callossum oder
sind missgebildet, es handelt sich um sogenannte Mittellinien-Defekte.
Aber auch bei Kindern ohne diese sichtbaren Missbildungen des Septum
Pellucidum und des Corpus Callossum wurde die Diagnose SOD gestellt.
Alle Kinder haben ein- oder beidseitige Optikus-Atrophien oder verkürzte
Sehnerven, was üblicherweise von Nystagmus begleitet wird. Beim
Nystagmus beobachten wir meist schnelle, wackelnde Augenbewegungen.
Die Optikus-Atrophie ist dafür verantwortlich, dass unsere Kinder
blind oder sehbehindert sind. Die Sehfrühförderung und das Mobilitätstraining
helfen unseren Kinder bei der Bewältigung ihres Alltags. Auch haben
einige unserer Kinder eine Lippen- oder Gaumenspalte, was ebenfalls
zur Gruppe der Mittellinien-Defekte gezählt wird.
Viele unserer
Kinder leiden unter Hypophyseninsuffizienz, was bedeutet, dass ihre
Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) nur eingeschränkt oder überhaupt nicht
arbeitet. Es müssen fehlende oder unzureichend vorhandene Hormone
ersetzt werden. Diese Hormone können sein: Thyroxin bei Schilddrüsenunterfunktion,
Hydrocortison bei Cortisonmangel, das Antidiuretische Hormon bei
Diabetes Insipidus (auch Wasser-Diabetes genannt). Die Symptome
des Diabetes Insipidus sind nicht zu stillender Durst und übermäßiges
Wasserlassen. Begleitend treten als Folge der schwankenden Natriumwerte
Stimmungsschwankungen auf. Einige der Kinder leiden an Hypoglykämie
-> niedrige Blutzuckerwerte, was wiederum ein Indikator für einen
Wachstumshormonmangel sein kann.
Falls dieser Mangel diagnostiziert wurde bekommen die Kinder Wachstumshormon,
was ihnen natürlich auch beim Wachsen hilft.
Aufgrund der Schwierigkeiten mit der Hypophyse kann es passieren,
dass ein Kind mit SOD eine verfrüht oder überhaupt nicht einsetzende
Pubertät bekommt. Im zweitgenannten Fall ist es erforderlich, der
Pubertät mit Gaben von Östrogen bzw. Testosteron auf die Sprünge
zu helfen. Charakteristisch können auch Mikrogenitalien sein, hier
kann eine früh einsetzende Therapie mit Testosteron hilfreich sein.
Viele Kinder mit SOD haben auch Probleme mit dem Hypthalamus, der
für die Kontrolle von Schlaf, Appetit und Temperatur zuständig ist,
um nur einige seiner Funktionen zu nennen. Einige unserer Kinder
schlafen nicht gut, sie haben Ein- und/oder Durchschlafschwierigkeiten
und einige Kinder haben Schwierigkeiten Ihre Körpertemperatur zu
regulieren, was Überhitzung oder Unterkühlung verursacht und einige
der Kinder kennen kein Sättigungsgefühl, weshalb man kontrollieren
muss, wie viel sie essen.
Einige unserer Kinder haben oder entwickeln im Verlauf der Erkrankung
Krampfanfälle und müssen entsprechende Medikamente einnehmen. Einige
haben einen schlaffen Muskeltonus (Muskel-Hypotonie) und benötigen
krankengymnastische Förderung. Viele Kinder mit SOD haben Probleme
mit der Sensorischen Integration und dadurch verschiedene Wahrnehmungsstörungen.
Die meisten sind taktil und oral berührungsempfindlich und einige
reagieren überempfindlich bei bestimmten Klängen und Geräuschen.
Hier kann Ergotherapie helfen.
Wir als Eltern beobachten häufig zwanghafte Verhaltensschemata bei
einigen unserer Kinder. Sie neigen dazu Fragen immer aufs Neue zu
wiederholen, auch nachdem diese längst beantwortet wurden. Sie sind
besessen von bestimmten Objekten über einen längeren Zeitraum hinweg
und / oder werden sehr aufgebracht, wenn bekannte (geliebte) Routinen
unterbrochen werden. Viele von ihnen kauen auf ihren Fingern. Einige
unserer Kinder wurden auch mit autistischen Störungen diagnostiziert.
Viele unserer Kinder haben auch besondere Begabungen, oft liegen
diese im musikalischen Bereich. Auch erbringen viele von ihnen unglaubliche
Gedächtnisleistungen und sind überdurchschnittlich stark. Die meisten
unserer Kinder sind entwicklungsverzögert. Teils aufgrund des fehlenden
oder mangelhaften Visus oder wegen neurologischer Probleme oder
auch wegen zu spät diagnostizierter Schilddrüsenunterfunktion (Hypthyreose).
Es ist zwingend erforderlich, dass Kinder
mit der Diagnose SOD unverzüglich endokrinologisch untersucht werden
und dass diese Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt
werden, da sich Hormonausfälle im Verlauf der Erkrankung sukzessive
entwickeln können.
Das letzte und
wundervollste Charakteristikum ist ihr ansteckendes Lachen!!! und
das entzückendste Lächeln, das Augen je gesehen haben!!! Wir, als
Eltern, schätzen jedes Wunder, das wir durch sie erleben dürfen.
Wir sind wahrhaftig gesegnet mit diesen Kindern
|